Quiv

Fragen ist das neue Geben: die Entwicklung der Digital-Charity-Plattform Quiv

Das Spenden für wohltätige Zwecke ist ein integraler Bestandteil des „American Way of Life“. Laut dem Jahresbericht von Giving USA spendeten 2018 amerikanische Einzelpersonen, Nachlässe, Stiftungen und Unternehmen geschätzte 427,71 Milliarden Dollar an US-Wohltätigkeitsorganisationen. Wenngleich dies bereits eine riesige Summe ist, war Amit Shafrir davon überzeugt, dass sie noch weiterwachsen könnte, wenn der Sektor die Vorteile neuer Internettechnologien ausschöpfen würde. Aus diesem Grund untersuchte der erfahrene Unternehmer und Tech-Leader, wie man Informationstechnologie im Bereich des Fundraising einsetzen kann, um Menschen dabei zu helfen, zielgerichteter an wohltätige Organisationen zu spenden.

Als Entrepreneur wusste Amit, wie wertvoll das Wissen von Experten sein kann, um nützliche Ratschläge, eine Referenz oder eine Verbindung zu erhalten. Er beschloss, diese Erkenntnis mit einer Fundraising-Plattform für Wohltätigkeitsorganisationen zu kombinieren — und so war Quiv geboren.

Der Name Quiv setzt sich aus den Wörtern „QUestions“ (Fragen) und „gIVing“ (bzw. „gIVE“; geben) zusammen. Die Plattform wurde mit dem Ziel geschaffen, Menschen die Möglichkeit zu bieten, mit Experten in Kontakt zu treten und diese um Rat zu fragen. Umgekehrt sollte Experten aber auch ein guter Grund geboten werden, ihr Wissen mit anderen zu teilen. Sollten Sie also einmal einen Ratschlag benötigen, können Sie Quiv nutzen, um sich an einen erfahrenen Spezialisten zu wenden. Das Honorar für diese Dienste geht dann an eine Wohltätigkeitsorganisation, die dem Experten am Herzen liegt. Ganz einfach! Um Quiv jedoch zum Leben zu erwecken, brauchte Amit ein Team von Kreativschaffenden und Ingenieuren, die über das Fachwissen, die Technologien und die Tools zur Beschleunigung der Softwareentwicklung sowie zur Lieferung der von ihm angestrebten Lösung verfügten.

Das Team von Quiv wandte sich an Evrone. Anfang Dezember 2015 hielten wir ein Kick-off-Meeting ab und kurz darauf begannen wir mit der Produktentwicklung.

Mehrwert für professionelle Kommunikation

Wir mussten einen Mehrwert in der Kommunikationskette schaffen und den Beratern auf zufriedenstellende Weise vermitteln, dass ihre Bemühungen einem guten Zweck dienten. Sie könnten einer gemeinnützigen Stiftung, die ihnen am Herzen liegt, helfen, indem sie einfach nur einen Teil ihrer Zeit, ihres Wissens und ihrer Erfahrung spendeten.

Nehmen wir zum Beispiel an, dass die Arbeit des Global Conservation Fund dem Weltmeister im alpinen Skisport sehr wichtig ist. Seine Expertise in diesem Bereich hilft der Organisation selbst aber vermutlich nicht weiter. Für einen Unternehmer, der eine Skihütte in den Bergen bauen möchte, hat der Wissensschatz des Champions jedoch unschätzbaren Wert. Er kann ihm wichtige Details über den Sport sowie die Sportler vermitteln und ihm verraten, wie er den idealen Ort zur Entspannung zwischen den Abfahrten einrichtet. Für eine solche Beratung eines sachkundigen Experten spendet der Unternehmer gerne Geld an die vom Champion bevorzugte Wohltätigkeitsorganisation.

Wir mussten also eine Plattform schaffen, auf der die Experten, die Ratsuchenden und die Wohltätigkeitsorganisationen zusammenkommen konnten. Weiterhin war es Teil unserer Aufgabe, einen Kanal einzurichten, über den das Geld an die richtigen Organisationen überwiesen werden sollte. Das Team von Quiv beauftragte Evrone mit der Entwicklung eines Dienstes, der all diese Anforderungen erfüllte.

Quiv digital charity platform

Wie funktioniert der Digital-Charity-Service?

Die Benutzer registrieren sich und geben an, über welche Kompetenzen sie in welchen Bereichen verfügen, wo sie arbeiten und welche Kosten für die Beratung anfallen. Dann wählen sie einen Fonds aus, an den die Spenden gehen sollen. Anschließend können sie sowohl ihr Fachwissen weitergeben als auch Rat von anderen Experten einholen.

Es stehen dabei verschiedene Beratungsarten zur Verfügung:

  • Eine schriftliche Frage, die innerhalb von drei Tagen beantwortet wird.
  • Ein Chat, in dem Sie bis zu drei Tage lang miteinander kommunizieren können.
  • Ein 15-minütiges Telefongespräch.

Die Benutzer machen Personen mit den erforderlichen Fachkenntnissen ausfindig, bitten um eine Beratung und bezahlen für diese. Von der Zahlung wird eine Provision abgezogen, der verbleibende Betrag geht an den vom Experten gewählten Wohltätigkeitsfonds.

Aus welchen Diensten setzt sich die Quiv-Plattform zusammen?

Die zentralen Herausforderungen, auf die sich das Team konzentrieren musste, waren das Interaktionsmodell der Projektarchitektur sowie der Einsatz der richtigen Technologien und Tools zur Beschleunigung der Softwareentwicklung. Da es mehrere Möglichkeiten gibt, mit einem Experten in Kontakt zu treten, musste die Architektur E-Mails, SMS und Telefonanrufe unterstützen.

Wir haben mehrere Integrationen entwickelt, konkret für:

  • Telefonie
  • Social-Media-Sharing
  • interne Website-Suchen
  • Buchhaltung

Die meisten Interaktionen wurden mithilfe des damals aktuellen Cloud-Kommunikationsdienstes implementiert. Der Dienst kann die Unterhaltung steuern, Regeln für Anrufe festlegen und ein interaktives Aktionsmenü organisieren. Er ermöglicht es auch, das Gespräch aufzuzeichnen und zu speichern, falls es zu Meinungsverschiedenheiten über die Beratungsqualität kommen sollte.

„Während der Arbeit an Quiv.com nahm das Team verschiedene Herausforderungen in Angriff, mit denen sich Wohltätigkeitsorganisationen konfrontiert sehen, z. B. die Automatisierung von Überweisungen bei gleichzeitiger Bereitstellung einer einzigen Zahlungsschnittstelle. Die Gestaltung der Kommunikation zwischen den Benutzern war recht komplex, insbesondere die Organisation der Anrufe. Die Benutzer sollten schließlich ihre Telefonnummern nicht miteinander austauschen. Das Projekt war die Mühe allerdings zweifellos wert und es ist toll, dass sich Stars wie Jimmy Wales und Robert Scoble auf der Plattform registriert haben.“
Dmitry Koprov Ehemaliger Teamleiter bei Evrone sowie Leiter des Entwicklungsteams bei Tionix.ru

Eine nahtlose Integration mit Drittanbieter-API-Authentifizierung sowie Social-Media-Sharing über LinkedIn, Facebook und Twitter war unerlässlich. Jeder Benutzer verfügt über ein öffentliches Profil im LinkedIn-Stil. Diese Profile helfen Ratsuchenden dabei, den richtigen Ansprechpartner zu finden.

Wir haben darüber hinaus eine Suchfunktion eingebaut, damit die User schneller Unterstützung finden können. Die Einbindung der Website-Suchfunktion trägt zu einer hervorragenden UI bei und ermöglicht es den Benutzern, Hilfe zu einem bestimmten Thema zu finden — ganz gleich, ob es dabei um bestimmte Fähigkeiten, Unternehmen, Technologien usw. geht.

Die Automatisierung von Überweisungen stellte ebenfalls eine schwierige Herausforderung dar. In den USA gibt es mehr als 2 Millionen gemeinnützige Stiftungen, die alle unterschiedliche Regeln für die Annahme von Spenden haben. Manche akzeptieren ausschließlich Schecks, andere auch Banküberweisungen und einige empfangen finanzielle Mittel über elektronische Zahlungssysteme. Die Automatisierung von Bankgeschäften wurde durch die Steuergesetzgebung zusätzlich erschwert.

Durch Hinzufügen des Zahlungssystems Stripe konnten wir auf eine Buchhaltungssoftware-Integration zugreifen, bei der nur der Zweck der Überweisung angegeben werden muss.

Quiv digital platform integration

Technologiestack

All diese Dienste sind über das Backend angebunden, das — wie das gesamte Projekt — in Ruby geschrieben ist. Quiv setzt zudem auf Ressourcen von Amazon. Der Einsatz fertiger Lösungen erlaubte es dem Team, sich auf die Entwicklung zu konzentrieren, anstatt sich durch die Verwaltung von Services ablenken zu lassen. Amazon bietet im Vergleich zu proprietären Lösungen einen ausgezeichneten SLA-Level sowie eine hohe Ausfallsicherheit. Zudem ist die Arbeit mit Amazon dank einer einzigen Schnittstelle um ein Vielfaches leichter als bei einzelnen, schlecht strukturierten Diensten. Dadurch wurde der Bedarf an zusätzlichen Admins und DevOps eliminiert. Außerdem führte unser QA-Ingenieur, der am Projekt beteiligt war, Funktionstests durch, um die Qualität der Entwicklung sicherzustellen.

Beschleunigung durch Bootcamps

Besonders haben unserem Team an diesem Projekt die Coding-Bootcamps gefallen, die im Rahmen der Produktentwicklung viermal durchgeführt wurden. Wir sind zwar Experten, was das Management von verteilten Teams angeht, doch diese Bootcamps waren etwas ganz Besonderes: Wir mussten den Code 10-mal schneller fertigstellen als üblich und haben damit die Grenzen des Machbaren ausgereizt. Eine Woche dieser intensiven Zusammenarbeit hat dazu beigetragen, einige sehr enge Deadlines des Projekts einzuhalten.

Für Quiv hielten wir 4 solcher Coding-Bootcamps ab, wodurch wir in kürzester Zeit Updates für das bestehende Produkt veröffentlichen konnten. Eines der Bootcamps war etwa einem vollständigen Redesign gewidmet. Unter normalen Entwicklungsbedingungen würde eine solche Aufgabe mehrere Wochen in Anspruch nehmen, aber mit diesem Ansatz konnten wir sie in nur 5 Tagen abschließen.

Um diese Etappe der Zusammenarbeit zwischen Quiv und Evrone interessant zu gestalten und zu etwas Unvergesslichem zu machen, entwarfen wir T-Shirts für die Bootcamp-Teilnehmer. Das war unsere Art, unser Engagement für das Projekt zu zeigen und zu beweisen, wie sehr wir die Möglichkeit schätzten, Teil einer Lösung zu sein, die für so viele Menschen von Bedeutung sein würde.

Quiv boot campQuiv & Evrone team

Einsparungen bei Integrationen

Zahlreiche geschäftliche Aufgaben können heutzutage mittels Drittanbieter-Services implementiert werden, indem Sie diese in Ihr System integrieren. Wenn das Ziel darin besteht, schnell ein Projekt zusammenzustellen und das Modell auf seine Marktgängigkeit zu prüfen, dann ist dies eine geeignete Option, die wesentlich kostengünstiger ist, als eigene Services zu entwickeln.

Bei der Arbeit mit Drittanbieter-Diensten ist die korrekte Integration und Konfiguration des gesamten Systems zu berücksichtigen, wie es auch Evrone bei der Entwicklung von Quiv getan hat.

Quiv consulting service

Der Erfolg von Quiv

Heute sind 1032 Benutzer und 7958 Fonds bei Quiv registriert. Neben vielen weiteren Experten bieten der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, der Uber-Investor Jason Calacanis, Don Dodge, Developer-Advocate bei Google, und Techstars-Gründer David Cohen ihre Beratungsdienste an.

Im Jahr 2019 haben wir die Arbeit an dem Projekt abgeschlossen. Nun wird Quiv vom eigenen Team des Kunden entwickelt. Die Codebase des Projekts wurde aktualisiert, ein groß angelegtes Refactoring durchgeführt und unzählige coole Funktionen hinzugefügt. Gelegentlich wendet sich das Team noch mit Fragen an uns, die wir ihm natürlich gerne beantworten. Uns bei Evrone freut es sehr, dass der Dienst ein voller Erfolg ist!

Ganz gleich, ob Sie Ihren eigenen Service aufbauen und sich vom ersten Schritt an auf die Optimierung des Webprodukt-Entwicklungsprozesses konzentrieren möchten oder ob Sie nur ein Zahlungssystem integrieren müssen — füllen Sie einfach das unten stehende Formular aus, damit unsere Spezialisten sich mit Ihnen in Verbindung setzen und Ihr Projekt besprechen können.

Uns hat besonders beeindruckt, wie das Team von Evrone.com Lösungen für unsere Probleme gefunden und dabei keine Herausforderungen gescheut hat. Wir sind mit der Arbeit, die Evrone.com im Entwicklungs- und Testbereich für unsere Plattform geleistet hat, sehr zufrieden. Die Zusammenarbeit war unkompliziert, auf Feedback wurde stets eingegangen und alle Meilensteine wurden im vorgegebenen Budget- und Zeitrahmen erreicht.
Mark Lavie
Gründer, Mnogo.ru, sowie Mitgründer, Quiv.com
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